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Fitzek: Deutschlands Erfolgsautor im Test

Sebastian Fitzek ist vielleicht der erfolgreichste Autor Deutschlands. Aber halten die Bücher des “Thrillerkönigs” was sie versprechen? Und lohnen sich die Romane für deine tägliche Zugfahrt?

Laut seinem Verlag ist Sebastian Fitzek der erfolgreichste Autor Deutschlands. Seit seinem Debüt im Jahr 2006 schrieb er jedes Jahr einen, teils sogar mehrere, Bestseller. Von 2018-2020 verfasste er dreimal in Folge den Jahresbestseller, also das in Deutschland meistverkaufte Buch innerhalb eines Jahres.

Und trotzdem hatte ich bis vor Kurzem noch kein Buch von ihm gelesen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich für gewöhnlich selten im Psycho-Thriller-Terrain bewege. Doch taugen Fitzeks Bücher so viel, wie ihr Ruf vermuten lässt? Ist er der “Thrillerkönig” oder einfach ein Marketing-Genie?

Es ist an der Zeit, sich seine Bücher einmal vorzunehmen – und dafür habe ich mir zwei ganz spezielle herausgesucht.

Fitzeks “Der Heimweg”

Mein erster “Fitzek” erwies sich gleich als Glücksgriff. Denn sein Psycho-Thriller “Der Heimweg” wird heute von vielen Fans als sein genialstes Buch gefeiert. In diesem Roman geht es um Jules Tannberg, der am ehrenamtlichen Begleittelefon sitzt: Dort können Frauen anrufen, die zu später Stunde allein unterwegs sind, Hilfe oder Unterstützung wünschen – oder einfach eine beruhigende Stimme brauchen. In dieser Nacht ruft Klara an und es kommt zu einer lebensgefährlichen Situation, die Klara und Jules alles abverlangt.

“Der Heimweg” ist noch düsterer als das schwarze Cover vermuten lässt, der Roman ist wirklich nichts für schwache Nerven. Es ist definitiv nicht zu empfehlen, ihn nachts auf dem Heimweg zu lesen. Abgesehen davon ist er genial: voller unerwarteter Wendungen und fesselnd auf jeder Seite.

Fitzeks “Der erste letzte Tag”

Ganz anders ist dagegen Fitzeks “Der erste letzte Tag”, denn dieser Roman ist ausnahmsweise kein Thriller. In dieser Geschichte beschreibt Fitzek einen urkomischen Roadtrip zweier gegensätzlicher Menschen, die einen Tag leben als wäre es ihr letzter. So ein Gedankenexperiment kann ein ganzes Leben verändern – das zeigt zumindest Sebastian Fitzek.

Auch in diesem Roman kommt Fitzeks Talent für unerwartete – und diesmal urkomische – Wendungen nicht zu kurz. Doch Sebastian Fitzeks Schreibstil ist ausgesprochen klar und schnörkellos. Und das macht sich für meinen Geschmack nicht allzu gut jenseits der Welt der Thriller.

Hält Sebastian Fitzeks Ruf also, was er verspricht? Er ist zweifellos ein begnadeter Thrillerautor. Hoffen wir, dass er noch einen Zug-Thriller verfassen wird…

Jasper vom metronom

Jasper ist Blogger und Podcaster. Man trifft ihn selten ohne einen guten Roman in der Hand oder ein Hörspiel auf dem Ohr. Wenn er nicht gerade für metronom momente schreibt, dann bloggt er auf Jaspers Buchblog.

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