Kloster Lühe: ein idyllischer mittelalterlicher Fachwerkbau mit einem verwunschenen Garten
Bild: Julia St.-Böthig
Ausflugstipp

850 Jahre Kloster Lüne

Geistlicher Ort, Museum, Kunstschatz und Konvent – das Kloster Lüne ist ein Ort mit vielen Fassetten. In diesem Jahr feiert es sein 850-jähriges Bestehen und zählt damit zu den ältesten Sehenswürdigkeiten der Salz- und Hansestadt Lüneburg.

Nur rund 15 Minuten Fußweg von der Lüneburger Innenstadt entfernt liegt das Kloster Lüne eingebettet in weitläufigen Gartenanlagen: noch heute ein Ort der Ruhe und Besinnung, aber auch ein Ort der Kultur und des Austauschs. Konzerte, Vorträge, Märchenführungen, Meditationsabende und Vesper-Singen füllen den Veranstaltungskalender und fast täglich gibt es mehrmals Führungen durch das Kloster. Am Sonnabend, 17. September 2022, bietet das Kloster im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ von 17 bis 23 Uhr ein ganz besonderes Programm.

Jubiläum und Lange Nacht der Museen

Äbtissin Freifrau Reinhild von der Goltz sitzt in ihrem Büro. Rote Bluse, geblümter Rock. Die Glasplatte ihres Schreibtischs ist voll mit Unterlagen. Der PC läuft, der Laptop daneben auch. Das Telefon klingelt. Ein ganz normaler Tag im Kloster. Das große Jubiläum nahm bis vor kurzem viel Zeit in Anspruch: Flohmarkt, Klosterfest, Theater, Literaturabende, Ausstellungen und zum krönenden Abschluss ein Jubiläumsgottesdienst mit vielen Gästen. Doch schon wartet mit der „Lagen Nacht der Museen“ das nächste Highlight des Jahres: „Für unsere Gäste öffnen wir unsere Tore bis in die Nacht und führen durch die Anlage“, so die Äbtissin.

Äbtissin Goltz sitzt gut gelaunt auf einer Bank
Äbtissin Frfr. Reinhild v. der Goltz leitet seit 15 Jahren das Kloster Lüne. (Bild: Julia St.-Böthig)

Seit Jahrhunderten haben hier Frauen das Sagen

Gegründet wurde das Kloster um 1170 von einer kleinen Gruppe frommer Frauen, die nach den Regeln des heiligen Benedikts lebten. Beim großen Brand 1372 wurde das Kloster fast vollständig zerstört, aber bis 1420 wieder aufgebaut. Sein mittelalterliches Erscheinungsbild hat es bis bis heute bewahrt. Seit der Reformation ist das Kloster evangelisch und zählt bis heute zu den aktivsten evangelischen Klöstern Niedersachsens.

Neun Konventualinnen leben derzeit im Kloster Lüne. „Wir sind eine fröhliche, aktive Gemeinschaft“, sagt Äbtissin Frfr. v.d. Goltz. „Jede hat bestimmte Aufgaben, je nach Neigung und Fähigkeiten: etwa Gäste durch das Kloster führen, die Gartenpflege oder Veranstaltungen planen.“ Sie selbst leitet seit 15 Jahren den Konvent und ist verantwortlich für die Liegenschaften und Gebäude, Kunstschätze, den Haushalt und die Verwaltung.

Blick in den Garten des Klosters
Der Kräutergarten des Kloster Lüne lädt zum Verweilen und entspannen ein. (Bild: Julia St.-Böthig)

Ausstellung sakraler Textilkunst aus dem Mittelalter

Zum Kloster gehört auch das Museum für sakrale Textilkunst. Darin ist eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher hoch- und spätmittelalterlicher Textilkunst zu sehen. Neben Gegenständen aus dem Klosteralltag sind viele textile Kunstwerke wie Altardecken, Prozessionsfahnen und kostbar bestickte Bildteppiche zu sehen.

Weitere Infos findet ihr hier:

So kommt ihr hin:

Der RE3 und RB31 hält in Lünebrug. Von dort sind es mit der Buslinie 5007 rund 10 Minuten bis zur Haltestelle „Kloster Lüne“.
RE3, RB31
Bahnhof Lüneburg

Julia vom metronom

Julia ist seit mehr als 20 Jahren freiberufliche Journalistin. Sie liebt Ausflüge, gutes Essen und ihre Familie. Mit ihnen unternimmt sie nahezu jedes Wochenende Kurztrips in die Region, über die sie dann gern auch schreibt.

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