Bild: Museum im Marstall
Ausflugstipp

Großer Rummel um den Karusselkönig

Im Winsener Marstall dreht sich in diesen Wochen alles um den Karussellkönig Hugo Haase. Die Sonderausstellung im Museum läuft noch bis zum 30. Oktober. Am Wochenende des 17. Und 18. September verwandeln sich der Schlossplatz und der umliegende Park zudem in einen historischen Jahrmarkt.

„Kommen Sie her! Kommen Sie ran! Hier können Sie was erleben!“ An der Jahrmarktsorgel steht ein Mann in Charleston-Kleidung der 1920er-Jahre. Ein Stückchen weiter dreht sich ein Karussell. Ein gesatteltes Schwein wird von einer Rakete verfolgt. Dieser ist ein weißes Pferd dicht auf den Fersen. Kinderaugen strahlen im bunten Licht des Fahrgeschäftes.

Hugo Haase – Erfinder des Jahrmarkts

Darijana Hahn ist vor einigen Jahren auf einen fast vergessenen Mann aus Winsen aufmerksam geworden. Hugo Haase hat durch seine innovativen Ideen den Zauber von Jahrmärkten mit bunten Lichterwelten und Musik, wie wir ihn heute kennen, in den Jahren um 1900 entscheidend geprägt. So brachte er den Autoscooter nach Deutschland, eröffnete Freizeitparks und baute in seiner Fabrik Karussellpaläste. Mit bis zu 35 eigenen Fahrgeschäften war der Winsener in ganz Europa unterwegs. Als selbsternannte „Patin“ ging die Kulturwissenschaftlerin in den vergangenen Jahren auf Spurensuche. Sie besuchte das Grab des Karussellkönigs, sprach mit Verwandten, erhielt wertvolles Material wie Bilder, Zeitungsartikel und Karusselltiere aus den alten Zeiten.

Als Kuratorin gestaltete Darijana Hahn auch die Ausstellung um Hugo Haase im Museum des Winsener Marstall, die noch bis Ende Oktober besucht werden kann. Sie sagt: „Ich habe mich wie eine Detektivin auf Spurensuche begeben. Jetzt teile ich die Ergebnisse und wahre das Andenken eines großartigen Mannes.“
Auf dem Bild des damals 70-jährigen Karussellkönigs blickt er leicht verschmitzt mit vielen Lachfalten um die Augen in die Kamera. Die Kulturwissenschaftlerin sagt: „Natürlich war Hugo Haase ein Geschäftsmann. Aber seine soziale Ader war stark ausgeprägt. Nicht nur, dass er vielen Menschen in schweren Zeiten viel Freude bereitet hat. Er verteilte auch Dom-Gutscheine an Kinder. So konnte sich jeder diesen Spaß leisten.“

Historische Karrusseltiere : ein Schwein und ein Pferd
Historische Karusselltiere in der Sonderausstellung im Museum im Marstall (Bild: Susanne Fredebeul)

Eintauchen in die Welt von Hugo Haase

Am Samstag und Sonntag, 17. und 18. September, von 11 bis 18 Uhr kann auch das Kirmesgefühl der damaligen Zeit in Winsen nachempfunden werden. Auf dem Hugo-Haase-Jahrmarkt gibt es historische Fahrgeschäfte und Attraktionen, wie sie früher üblich waren: „Eisen-Hans“, der stärkste Mann der Welt zeigt den großen und kleinen Besuchern seine Muckis, ein Wahrsager legt Karten, es gibt Liebesäpfel und Zuckerwatte und viele weitere Überraschungen. In der Jahrmarktschule werden die kleinen Gäste zu Jongleuren, Zauberer und Seilartisten ausgebildet. Für Besucher bis 18 Jahren ist der Eintritt frei, Erwachsene zahlen drei Euro.

„Eisen-Hans“, der stärkste Mann der Welt, kommt zum Hugo-Haase-Jahrmarkt nach Winsen. (Bild: Robert Spindler)

Weitere Infos findet ihr hier:

So kommt ihr hin:

Vom Bahnhof ist das Museum im Marstall in rund 15 Minuten zu Fuß zu erreichen.
RE3, RB31
Winsen (Luhe)

Anika Werner vom metronom

Anika genießt das Landleben in Radbruch. Am liebsten erkundet sie mit ihrer Familie und den Hunden Dexter und Didi die Natur oder bestaunt auf Städtetrips Architektur und Geschichte.

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